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Jahreshauptversammlung Allgemeiner Unternehmerverband Görlitz

Die Geschichte

Die Geschichte des Allgemeinen Unternehmerverbandes Görlitz und Umgebung – Gewerbeverein zu Görlitz 1830 e. V. (Unternehmerverband)

Der Unternehmerverband wurde von Gewerbetreibenden aus Görlitz am 1. März 1830 ins Leben gerufen. Die Mitgliederzahl des Unternehmerverbandes wuchs rasch. Betrug sie im Gründungsjahr 39, so waren es 1846 mehr als 200 Mitglieder, 1864 bereits 528 und 1874 gar 952. Nach dem ersten Weltkrieg, im Jahre 1925, verwies man auf 1439 Mitglieder, eine Zahl, von der die meisten anderen Vereine nur träumen konnten.

Den Vorsitz hatten bis 1836 Stadtbaurat Weinhold, danach bis 1843 Polizeistadtrat Köhler, bis 1853 Apotheker Mitscher, bis 1858 Gewerbe schuldirektor Romberg und bis 1864 Lehrer Wernicke. Diesem folgte bis 1879 Fabrikant und Stadtrat Erwin Lüders. Die längste Amtszeit hatte der Apotheker und Stadtrat Dr. Robert Schuster, der erst 1911 durch Ingenieur Otto Herrling abgelöst wurde. 1912 kam Apotheker Botho Finck, der Vater des später berühmten Kabarettisten, Schauspielers und Schriftsstellers Werner Finck, den Vorsitz. Seine Nachfolger waren ab 1918 Gewerberat Wedel, an 1920 Prokurist Paul Hüthel und von 1924 bis 1934 Stadtrat Oscar Voigt.

Insbesondere Handwerksmeister und Fabrikanten waren es, die den Unternehmerverband gründeten und über 100 Jahre hinweg und häufig veränderten Bedingungen zu einem iddeenreichen Mitgestalter der Kommunalpolitik werden ließen. Mit der Gründung folgten sie eigenen Überlegungen ihre Interessen zu bündeln, aber auch Anstößen von preußischen Behörden. Die Königliche Regierung in Legnitz ( Görlitz gehörte innerhalb der preußischen Provinz Schlesien zum den Regierungsbezirk Liegnitz) hatte bereits im Januar 1829 den Görlitzer Magistrat aufgefordert, in der Stadt für die Schaffung einer Handwerkerlehrlingsschule und eines Gewerbevereins Sorge zu tragen, und auf Vorbilder in anderen schlesischen Städten verwiesen. Tatsächlich entstand 1830 in Görlitz eine Schule zur Fortbildung von Gesellen und Lehrlingen.

Das Ziel des Gewerbevereins war es für alle Mitglieder ein interessantes Weiterbildungsprogramm anzubieten und zugleich ein geselliges Vereinsleben zu gestalten, das die rasch wachsende Mitgliederzahl auch über berufliche Interessen zusammenführte. Fachspezifische und allgemeine Weiterbildung vermittelte ein Lesezirkel. Zwei Hefte wöchentlich wurde durch Austräger in die Wohnungen gebracht. 1841 wurde an Sonntagnachmittagen Lesestunden im Vereinslokal veranstaltet. Die Vereinsmitglieder hatten hier die Möglichkeit sich mit den neuesten Schriften auf dem Felde des Gewerbewesens vertraut zu machen und auch darüber zu diskutieren. Ein wichties Element des Gewerbevereins war auch eine umfangreiche Bibliothek. Die Vereinsbibliothek kam durch Ankäufe und Schenkungen bis 1998 zu einem stattlichen Bestand von 4232 Bänden.

Auf sehr großes Interesse stießen auch die wöchentlichen Vorträge über Technik, Gewerbe und Wissenschaft. Es wurden ebenso Besichtigungen bei Unternehmen der Region organisiert

Ein eigenes Haus für Vorträge, Austellungen und Geselligkeit wünscht sich jeder größere Verein. Das erste Vereinsheim – Räumlichkeiten in der Waage am Untermarkt – stellte die Stadtverwaltung dem Verein zur Verfügung. Für 40 Jahre war dies die Heimat des Vereins. Durch die stark gewachsene Mitgliederzahl wurde es am Untermarkt jedoch zu eng. Es entstand der Wunsch nach einem eigenen Grundstück mit eigenem Haus. Im Februar 1869 stellten die Stadtverordneten dem Gewerbeverein das Gelände neben dem Reichenbacher Turm am Demianiplatz unentgeltlich zur Verfügung. Der Gewerbeverein nahm dieses Angebot dankbar an. Unter den Entwürfen, die im Ergebnis einer öffentlichen Ausschreibung eingegangen waren, bekam der Vorschlag von Maurer- und Zimmermeister Bardtke Zustimmung. Die Ausführung übernahm Maurermeister Koritzky, selbst Vereinsmitglied, die technische Leitung Baurat Marx. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 22770 Taler. Das neue Haus des Gewerbevereins gehörte in eine Reihe mit anderen repräsentativen Bauwerken jener Jahrzehnte in Görlitz. Im Haus verfügte der Verein über ein Versammlungs- und über einen Ausstellungssaal, ein Bibliothekzimmer, ein Lesezimmer, eine Garderobe und vier Wohnungen sowie Läden und eine Gaststätte über die gesamte Erdgeschosszone.

Der Allgemeine Unternehmerverband Görlitz und Umgebung – Gewerbeverein zu Görlitz 1830 e. V. Gewerbeverein wurde – nach einer langen Ruhephase – am 30. August 1993 unter dem Vorsitz von Dr. Walter Oeckl wieder zum Leben erweckt.

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