Im Rahmen der 23. Wirtschaftsgespräche Niesky fand auch dieses Jahr wieder die feierliche Verleihung des Görlitzer Unternehmerpreises statt. Vor über 200 Gästen aus Wirtschaft und Politik zeichnete der Unternehmerverband die Gerhard Schoch Druckgießtechnik – GSD aus. Nach der Laudatio des Vorsitzenden Lutz Kühne überreichte dieser gemeinsam mit dem stellv. Vorsitzenden Christian Reichardt und dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Michael Bräuer den gläsernen Pokal und einen Scheck über 1.000,- Euro.
In der Begründung der Jury heißt es: Die Wahl für den Görlitzer Unternehmerpreis ist der Jury dieses Jahr nicht sonderlich schwer gefallen, denn wir haben es mit einem Unternehmer zu tun, dessen Unternehmen alle Kriterien mit Bestnote erfüllt: Innovativ, in einem Segment marktführend, stabil, wirtschaftlich gesund – und auch die Unternehmensnachfolge ist innerhalb der eigenen Familie geregelt. Mit 25 top-ausgebildeten Fachkräften und steigender Tendenz, produziert G-S-D für Unternehmen fast aller Kontinente – und hat für die Zukunft seiner Branche keine Bedenken. Das Unternehmen hält diverse eigene Patente und schult und beliefert auch Konkurrenzunternehmen.

Die SZ vom 9. Juni hierzu:
(sz) Gerhard Schoch war schon vor einem Jahr mit seinem Unternehmen am Flugplatz im Gespräch. Nun fiel die Wahl auf den Österreicher, der in zwei Wochen seinen 59. Geburtstag feiert. Am gestrigen Mittwochabend erhielt er in Niesky den Görlitzer Unternehmerpreis überreicht. Zusammen mit 1 000 Euro. Über deren Verwendung ist sich Schoch schon sicher. Mit 500 Euro feiert er mit seinen 25 Mitarbeitern ein Grillfest. „Es ist doch eine Leistung von uns allen, dass wir ausgezeichnet wurden“, sagt er. Und die andere Hälfte des Preisgeldes stiftet er dem Lions-Club Görlitz für einen sozialen Zweck.

Mit Schoch wählte der Görlitzer Unternehmerverband, wie dessen Vorsitzender Lutz Kühne sagt, einen „Unternehmer vom alten Schlage“, der seinen Beruf auch gründlich erlernt hat. Lehre als Werkzeugmacher, Meisterprüfung als Mechatroniker, 1983 das erste eigene Patent. 1991 gründet er seine Firma, zunächst nur im Handel: er entwirft Teile und lässt sie von anderen bauen. Doch dann ist er unzufrieden mit der Qualität eines Herstellers und denkt,das können wir auch allein. 1998 gründet er die Gerhard Schoch Druckgießtechnik und kommt vor 15 Jahren nach Görlitz. Erst nach Weinhübel, seit 2004 ins Gewerbegebiet Nord/West. Mehr als zehn Millionen Euro hat er seitdem dort investiert, in vier Hallen und moderne Maschinen, vor allem aber in seine Mitarbeiter. Gern würde er noch gute Mechatroniker oder Konstruktionsmechaniker einstellen. „Doch die Suche nach Fachkräften gestaltet sich immer schwieriger“, sagt Schoch.

Dabei laufen die Geschäfte gut. Er stellt Verschleißteile wie Büchsen, Kolben, Düsen her, dazu ergänzende Geräte für Gießereien wie zum Beispiel Förderbänder, auch ganze Druckgussmaschinen. Seine Kunden kommen aus der Automobilindustrie, aber auch aus anderen Branchen und sind weltweit verteilt.Die Nachfolge in der Firma ist geregelt. Schochs Sohn Andreas leitet momentan bereits die Produktion, nachdem er in den vergangenen Jahren als gelernter Koch Ausbildungen zum Fachmann für Fräs- und CNC-Technik absolviert sowie auch noch einen Betriebswirt-Abschluss gemacht hat. In zwei, drei Jahren will sich Schoch zurückziehen, dann hofft er „Geschaffenes beständig gemacht zu haben“.

Doch bevor er die Geschicke seines Unternehmens ganz in die Hände seines Sohnes legt, will er noch sehen, wie sich die Investitionen auszahlen. In der Zufriedenheit Schochs mit der Entwicklung der Firma schwingt auch Stolz mit. Die Görlitzer Unternehmer jedenfalls sind sich sicher: „Er ist ein Unternehmer mit ganzem Herzen und klaren Prinzipien, wie sie nicht unbedingt gängige Praxis in der heutigen Geschäftswelt sind.“ (Sächsische Zeitung)